BAUSTAHL
Über

BAUSTAHL.

BAUSTAHL ist ein monatliches Magazin für die Bau-Geschichte und -Praxis des Brutalismus — ab Mitte der 1950er bis in die 1970er. Schwerpunkt deutsche, österreichische und Schweizer Bauten, Beton-Rezepturen und Bewehrungs-Praxis, Karbonatisierungs-Sanierung, Denkmalschutz-Status. Wir messen Karbonatisierungstiefen mit Phenolphthalein-Lösung, lesen Bau-Akten aus dem Bauarchiv und gehen mit Maßband und Bleistift ins Feld. Living publication aus dem Tiefparterre.

Der Name kommt aus der Werkstoff-Kombination, die den Brutalismus überhaupt erst ermöglicht hat. Stahl als Bewehrung im Beton-Verbund: niedrig gestreckter Stahl mit guter Zugfestigkeit (BSt 220 / IIIa-IIIb der 1960er) plus Beton mit guter Druckfestigkeit ergibt einen Werkstoff, der Spannweiten und Auskragungen erlaubt, die kein einzelner Baustoff leisten könnte. Le Corbusier nennt den Sicht­beton 1952 in Marseille „béton brut" — daraus macht Reyner Banham 1955 den Begriff „The New Brutalism".

Was wir tun

Wir dokumentieren Bauten in der ganzen DACH-Region: das Pallasseum in Berlin-Schöneberg (1973–1977), die Wallfahrtskirche Maria, Königin des Friedens in Velbert-Neviges (Gottfried Böhm, 1968), das Tagungshaus Bauernhof in Lichtensteig (Förderer Otto Glaus, 1962), das ehemalige AfA-Verwaltungsgebäude in Düsseldorf, das Hochhaus am Hansaring in Köln. Bauaufnahme im Maßstab 1:50 nach DIN 18205, Foto-Dokumentation mit Maßstab im Bild, Karbonatisierungstiefen-Messung mit Phenolphthalein-Lösung 1 % in Ethanol nach DIN EN 14630, Bewehrungs- Korrosions-Befunde mit Profometer und Halbzellen-Potential-Messung.

Was wir nicht tun

Keine Stil-Polemik. Keine „Beton-Klötze sind hässlich"-Listicles. Keine Sentimentalitäten über verlorene Bauten. Der Brutalismus ist eine Bauweise mit klaren Werkstoff- und Konstruktions-Logiken — wir nähern uns ihm mit der Genauigkeit, die diese Tradition verdient. Wer das Bauwerk verstehen will, muss erst das Material verstehen.

Der Rhythmus

Ein Heft pro Monat, jeweils zur Monatsmitte. Vier bis sechs Aufsätze aus den acht Ressorts. Wer mitliest, kommt im nächsten Spätsommer selbst mit Maßband und Phenolphthalein-Lösung an die Pallaseum-Fassade.